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Die 2rad Boerse "SÜD" wird geschlossen: Interview mit Geschäftsführer Alfred Schmidt

Christian Seitz - 05.10.2017 Einefetza, Markt, Szene

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Die 2rad Börse "CENTER SÜD schliesst ihre Pforten. Wir fragten bei Geschäftsführer Alfred Schmidt nach, warum.

Zur Person Alfred Schmidt: Geschäftsführer ( 2rad Süd Inmobilie) 50% Miteigentümer (ebenso vom Gebäude) so wie betreiber der Weitervermarktung oder Verkauf des Gebäudes!

MR:
Guten Tag Herr Schmidt, wie uns zu Ohren gekommen ist, wird die 2Rad-Börse-Süd, die im Jahr 2001 eröffnet wurde, mit 01.11.2017 aufgelassen – stimmt das?

Alfred Schmidt:
Kurz und bündig: ja. Unsere Filiale in der Praterstraße wird einen großteil der bestehenen Geschäfte übernehmen. Die Marken Kawasaki und Suzuki werden wir vom Standort Süd mitnehmen.

MR:
Warum muss diese Filiale zugesperrt werden und was bedeutet das für die dort tätigen Mitarbeiter?

Alfred Schmidt:

Das Problem sind sinkende Margen in Verbindung mit steigenden Personalkosten und sehr hohe Anforderungen der jeweiligen Markenvertreter. Das bedeutet, dass Verkaufsflächen des Gebäudes nach strengen CI-Vorgaben seitens der Hersteller kostenintensiv umgestaltet werden mussten. Außerdem mussten wir große Rückrufaktionen von Importeuren auf eigene Kosten abwickeln – in einem Fall hat es über 700 Kunden betroffen, den Verwaltungsaufwand können Sie sich vorstellen… 

Absatzprobleme gibt es keine. Wir verkaufen nach wie vor 1.600 Motorräder. Dazu muss allerdings schon erwähnt werden, dass viele Kunden von schweren Motorrädern auf wendige Roller umgestiegen sind. Dass diese natürlich viel günstiger sind und die Umsätze entsprechend niedriger ausgefallen sind, steht außer Frage (wurde nicht genau so gesagt!) 

Die Abteilungen „Bekleidung“ und „Werkstatt“ trugen erheblich zum Umsatz bei,konnten diese Lücke aber nicht abfedern (Rückschluss, wurde so nicht gesagt). Wir konnten aber aufgrund der vorher genannten Punkte dieses große Gebäude dann nicht mehr rentabel bewirtschaften.

Wir  gehen nun diesen Schritt zu einer Zeit, in welcher wir noch selbst bestimmt sind und den Prozess der Schließung selbst steuern können.

Betreffend der Mitarbeiter gibt es eine gute Nachricht: Teile der Belegschaft konnten übernommen werden (Anm.: in die Filiale Praterstraße), andere sind gut in der Branche als bestens geschulte und erfahrene Fachkräfte untergekommen, wieder andere wagen den Schritt in die Selbstständigkeit.

 

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Abverkauf im vollen Gange.

MR:
Kann die Werkstatt in der Praterstraße der erhöhte Kundenaufkommen adäquat bewerkstelligen?

Alfred Schmidt:
Das sehr gute Werkstatt-Team wird um drei weitere Mitarbeiter aufgestockt, wir sind optimistisch das erhöhte Volumen gut abfedern zu können.

MR:
Sind auch grundlegende Geschäftsmodelle wie zB die Finanzierung von Motorrädern oder Rollern betroffen?

Alfred Schmidt:
Nein, die Finanzierungsmöglichkeiten bleiben erhalten, sowohl wir als auch unsere Kunden haben hier in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch ein anderes Service können nach wie vor bieten: die Unterbringungen von Zweirädern jeglicher Art in den Kellerräumlichkeiten der Filiale Praterstraße. 

MR:
Wissen Sie schon, wie die Immobilie der 2Rad-Börse-Süd verwertet wird?

Alfred Schmidt:
Ich weiß, dass sich ein renommiertes und international tätiges Maklerbüro darum kümmert.

MR: 
Wollen Sie uns zum Abschluss noch etwas mitgeben?

Alfred Schmidt: 
Bis auf die geringere Ausstellungsfläche werden wir hinsichtlich Service und Beratung der 2rad-Börse-Süd um nichts nachstehen. 

 

Auf die Saison 2018 mit vielen neuen Modellen freuen wir uns schon jetzt.

 

Alfred Schmidt ist seit 1983 im Unternehmen  2rad Börse und "CENTER SÜD tätig und seit den 90er Jahren unter anderem neben der Miteigentumsverwaltung auch immer schon als Geschäftsführer, ebenso für die nachträgliche Bewirtschaftung oder auch Verkauf der Liegenschaft weiter tätig!

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2rad Börse Süd

 

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Das grösste "MOTORRADGESCHÄFT" in Österreich sperrt zu.
 

 

Publikation:
Christian Seitz
Foto: MR