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Die Erzbergrodeo Geschichte ab 1994 ....

ArchivImport - 25.05.2009 Erzbergrodeo

Alfie Cox (links) und Karl-Heinz Holz: die ersten Erzberg-Champions

Alfie Cox (links) und Karl-Heinz Holz: die ersten Erzberg-Champions

...Mythos Erzbergrodeo. Seit nunmehr 15 Jahren gehen die unglaublichen Geschichten vom härtesten Motorrad-Offroadrennen um die Welt!

DIE GANZE GESCHICHTE HINTER DER ZAHL "XV"

TEXT MIT TINTE & FEDER, VON PRIESTER & KETTNER WIE FOLGT:

Erzberg-Legenden: Chris Pfeiffer, Giovanni Sala, Cyril Despres, David Knight (im Uhrzeigersinn)

Erzberg-Legenden: Chris Pfeiffer, Giovanni Sala, Cyril Despres, David Knight (im Uhrzeigersinn)

 

2006 – JEREMY McGRATH EHRT DAS ERZBERGRODEO

 

Der Erzberg begrüßt alle Starter und Besucher erneut mit einem Wahnsinnsprogramm an allen vier Tagen. Die gewaltigen Zweizylinder-Motoren eröffnen zum zweiten Mal die Veranstaltung, und erneut haben die orangenen Werksbikes die Nase vorn. David Knight gewinnt auf der 950 Super Enduro knapp vor dem jungen Finnen Simo Kirssi, der auf seiner HP2 dafür den Iron Road Prolog für BMW entscheidet. Das Starterfeld der Zweizylinder-Königsklasse ist 2006 bereits auf knapp 120 Fahrer angewachsen und der Erfolg gibt den Veranstaltern recht – tausende Zuseher säumen die Strecke und wollen sich den Kampf der donnernden Motoren gegen den Berg nicht entgehen lassen.

2006 wird aber auch als „Promi-Jahr“ in die Erzberg-Annalen eingehen. Noch nie zuvor war die Beteiligung internationaler Superstars so hoch – und noch nie zuvor war eine Motorrad-Ikone wie Jeremy McGrath zu Gast am Erzberg! Travis Pastrana hat sich in diesem Jahr einen „Plan-B“ zurechgelegt. Nach zwei erfolglosen Anläufen kommen dem jungen Amerikaner berechtigte Selbstzweifel in Sachen „Sieg am Erzberg“, und so lautet diesmal sein erklärtes Ziel: „Ich werde das Idol meiner Jugend - den wohl bedeutendsten Offroad Rider aller Zeiten – herbrennen!“. Naturgemäß sieht Jeremy McGrath die Sachlage etwas anders und willigt gerne in die Wette des Jahres ein, bucht sein Flugticket, packt seine sieben Sachen und seine 250er Honda – und geht als Privatier an den Start, ohne großes TamTam oder VIP-Getue!

 

Der Rest ist Geschichte. Pastrana schlägt sich tapfer und beendet seine Sonntagsausfahrt quer über den eisernen Berg deutlich vor McGrath. Das Erlernen des Wortes „Dankescheyn“ - das man beim Red Bull Hare Scramble vor allem bei den Steilauffahrten gut gebrauchen kann - erweist sich für Pastrana als Bombenidee. Jeremy McGrath wird diesen Sonntag im Mai 2006 wohl heute noch gut in Erinnerung haben. Nach Pastrana’s Zielankunft rückt die komplette „Nitro Circus“-Crew aus, um den in der berüchtigten „Carl’s Dinner“-Sektion auf Grund gelaufenen Jeremy McGrath mit launigen Wortspenden den Tag zu versüssen. Die Truppe hänselt McGrath in dieser NO-HELP Zone solange, bis der erfolgreichste Supercrosser aller Zeiten vor laufenden Kameras zugibt, den Erzberg vielleicht doch ein wenig unterschätzt zu haben. Jeremy McGrath fährt trotzdem bis ins Ziel und wird 29ster – 18 Plätze hinter einem zufriedenen Travis Pastrana...!

Der Red Bull Hare Scramble Sieg geht 2006 erneut an David Knight, der seine KTM 300 EXC mit schlafwandlerischer Sicherheit und sattem Vorsprung ins Ziel bringt. Hinter Knight wird ein damals noch eher unbekannter Deutscher Zweiter: Andreas Lettenbichler, heute BMW Werksfahrer und erfolgreicher Extrem-Endurist, pilotiert seine private GasGas mitten unter die Spitzenfahrer. Am dritten Platz unterstreicht Cyril Despres auf KTM einmal mehr, das er am Erzberg zu den Allerbesten zählt.

Von 500 gestarteten Teilnehmern erreichen 2006 ganze 39 Helden das Hare Scramble Ziel. Unter den Top-15 Finishern finden sich Fahrer aus 8 Nationen und 3 Kontinenten – ein klares Spiegelbild der hohen Internationalität des Erzbergrodeos!

 

2007 – TADDY’S JAHR

 

2007 bleibt bislang das Jahr mit der höchsten Werksfahrerdichte. Der Ruf des Erzbergs geht um die Welt und Topfahrer aus allen Kontinenten folgen ihm nach Eisenerz. Neben den Factory-Superstars stehen herausragende Semi-Profis wie Paul Edmondson (UK), Darryl Curtis (RSA), Marty Halmazna (CAN), Wayne Braybrook (UK), Kyle Redmond (USA), Frans Verhoeven (NED), Miha Spindler (SLO), Gerhard Forster (GER), Tom Sagar (UK), Paul Bolton (UK), Alex Antor (AND) und natürlich die österreichischen Top-Guns Rudi Pöschl, Erich Brandauer, Roland Sailer und Hansi Leitner am Start.

Die Zweizylinder-Königsklasse wird als Prestigeduell zur Chefsache für die Rennsportchefs. KTM schickt die Creme-de-la-Creme des Factory Teams - darunter Cyril Despres als regierenden Dakar Sieger, David Knight, Marc Coma, Juha Salminen und Giovanni Sala ins Rennen. BMW kontert mit dem viermaligen Erzberg Champion Chris Pfeiffer, dem sauschnellen Finnen Simo Kirssi, sowie drei amerikanische Pikes Peak Profis: Micky Dymond, sowie die Brüder Greg und Gary Trachy. Simo Kirssi gewinnt am Ende den spannenden Fight um die Bestzeit mit David Knight, Dritter wird der Österreicher Werner Müller auf der KTM 950 Superenduro.

Den Iron Road Prolog 2007 entscheidet ebenfalls Simo Kirssi auf der BMW HP2 für sich, knapp gefolgt von Werner Müller auf der 950er KTM. Mit Micky Dymond auf BMW als Drittem steht dann erstmals ein US-Amerikaner auf einem Erzbergrodeo-Podium.

Ironie des Schicksals: Just in dem Jahr, in dem sich die Elite des Sports ausnahmslos im Nabel der Steiermark tummelt, steigt ein Nobody auf den Olymp des Extrem-Endurosports. Beim erstmals installierten Side-Event RODEO-X ENDUROCROSS erarbeitet sich ein junger Pole die volle Aufmerksamkeit von Veranstalter Karl Katoch. Trialspezialist Taddeus Blazusiak brennt auf einer geborgten (!) KTM eine Fabelzeit nach der anderen in die mit MX-, Trial- und Endurohindernissen gespickte Strecke – und erhält auf Interevntion über  Karl Katoch von Heinz Kinigadner eine KTM eine Wildcard für einen Hare Scramble Startplatz in Reihe eins überreicht.  Einziges Problem - Taddy hat seinem Freund hoch und heilig versprochen, die motorisierte Perle keinesfalls im Red Bull Hare Scramble zu schrotten.

Hier beginnt das wahre Märchen: Katoch greift zum Handy und überzeugt KTM-Ikone Heinz Kinigadner von der Notwendigkeit, dem „Rohdiamanten“ aus Polen die einzig freie KTM für den Sonntag zu überlassen. Kinigadner vetraut auf Katoch’s Urteil und Blazusiak bekommt eine nagelneue KTM 250 EXC - direkt aus der Transportkiste, mit Blinkern und Kennzeichenhalterung für den Schauraum fetig montiert.


Taddy Blazusiak weiß sich für die noble Großtat zu revanchieren – und gewinnt das Red Bull Hare Scramble 2007 mit 6 Minuten Vorsprung auf den britischen KTM-Jungstar Tom Sagar. Als Dritter erreicht die Enduro-Legende Juha Salminen das Ziel, allerdings mit beachtlichen 13 Minuten Rückstand auf Blazusiak. Wieder hat ein Erzberg-Novize den Kampf gegen den „Berg aus Eisen“ gewonnen und sich beim härtesten Endurorennen der Welt gegen die Weltspitze durchgesetzt.
Von 500 gestarteten Teilnehmern erreichen übrigens gerade einmal 21 Unbeugsame das Ziel.

Die Teilnehmer- und Zuseherzahlen des Erzbergrodeos 2008 spiegeln eindrucksvoll den internationalen Stellenwert der Veranstaltung. Der VIP-Bereich platzt fast aus allen Nähten und hunderte Journalisten und TV-Teams aus 26 Nationen berichten vor Ort vom einzigartigen Geschehen. Die Veranstalter haben die Side-Events weiter aufgewertet und vor allem die Freestyle-Motorcrosser wissen die tausenden Zuseher in der Erzberg-Arena vollauf zu begeistern.

 

2008 – BLAZUSIAK UNSCHLAGBAR

 

Nach drei erfolgreichen Jahren zieht sich BMW aus der Zweizylinder-Königsklasse zurück - woraufhin der eigenständige Renntag für die Big-Bore Enduros aus dem Programm gestrichen wird. Innerhalb des Iron Road Prologes gehen die gewaltigen Zweizylinder aber weiterhin an den Start – zur Freude des Publikums! Doch diesmal steht nach zwei Renntagen keine KTM oder BMW am obersten Treppchen. Der Franzose Antoine Letellier ist zum ersten Mal am Erzberg – und nagelt seine Zweizylinder-Aprilia RXV550 unspektakulär aber sauschnell zum Gipfel – und beschert den Italienern ihren ersten Erzberg-Triumph. In der Prologwertung Gesamtzweiter wird der Amerikaner Tim Farr – auf einem KTM Quad! Ein absolutes Novum, noch nie zuvor hat es eines der vierrädrigen Sportgeräte auch nur in Podiumsnähe geschafft. Den dritten Prolog-Pokal holt sich Österreichs Rudi Pöschl auf einer KTM 450 EXC.

Mit einem KTM-Werksvertrag und Siegen beim Hell‘s Gate Enduro, Last Man Standing und dem Endurocross in Las Vegas in der Tasche, kehrt Taddy Blazusiak 2008 zurück nach Eisenerz. Taddy hat seine Fahrtechnik weiter verfeinert und gilt trotz starker Konkurrenz als Favorit für das Red Bull Hare Scramble. KTM stellt mit Cyril Despres, Marco Tarkkala, Darryl Curtis und den national unterstützen Geoff Aaron (USA), Kyle Redmond (USA) und Chris Birch (NZL) ein ungemein schlagkräftiges Team an den Start.

BMW orientiert sich mittlerweile mit der neuen G 450 X Einzylinder-Hardenduro eindeutig in Richtung Enduro-Weltmeisterschaft und schickt mit Andreas Lettenbichler und Gerhard Forster zwei extrem routinierte Haudegen um den begehrtesten Pokal der Enduroszene in eine Glasvitrine nach München zu holen. Mit Nicolas Paganon – dem dreifachen französischen Enduromeister - geht Aprilia erstmals mit einem Werksteameinsatz an den Start des Erzbergrodeos.

Ein senstaionelles Starterfeld also – das sich trotzdem einem entfesselten Taddy Blazusiak beugen muß. Taddy bezwingt die erstmals auf 16 Checkpoints erweiterte Strecke wie im Schlaf und holt sich bereits nach 80 Minuten (!) die wohlverdiente Champagnerdusche unter dem Red Bull Zielbogen. Fünfzehn Minuten später erreicht ein völlig erschöpfter Andreas Lettenbichler das Ziel in der Erzberg-Arena. Der Deutsche muß sich zunächst von einer Fußraste verabschieden und büßt schließlich auch noch alle bis auf einen Gang seiner BMW ein. Normalerweise eine klare Aufforderung, sich unverzüglich duschen zu gehen – doch Lettenbichler kämpft weiter wie ein Löwe und schleppt seine waidwundes Bike noch auf Platz Zwei ins Ziel. Eine übermenschliche Leistung, die Lettenbichler 2008 eindeutig zum „Man of the Race“ macht. An dritter Stelle beendet Paul Bolton (UK) auf seiner privaten Honda das Rennen. Der LKW-Mechaniker aus England verkörpert mit seiner „Working Class Hero“-Attitude den wahren Geist des Erzbergrodeos – und fährt nach dem Rennen selbst mit dem Truck zurück nach Hause..!

38 der 500 gestarteten Athleten erreichen 2008 innerhalb der vier Stunden Renndistanz das Ziel. Heinz Kinigadner kommentiert das Ergebnis als „Viel zu leicht, die Strecke müsst’s deutlich härter machen!“.

Karl Katoch und die Rodeo-X Crew heben das Veranstaltungsniveau 2008 neuerlich auf die nächste Stufe. Das erstmals präsentierte Erzbergrodeo-TV versorgt die tausenden Gäste am Berg mittels Mega-Videowall und Flatscreens mit spektakulären Live-Fernsehbildern, Interviews mit Topfahrern und eigens vorbereiteten Filmbeiträgen. Noch nie waren Fahrer, Begleitpersonen und Zuseher näher an der Action!

Die Erzberg-Arena als pulsierendes Zentrum der Veranstaltung bietet neben mehreren Gastronomiebereichen auch die Möglichkeit, bei vielen Ausstellern ausgiebig zu Shoppen oder einmal bei den Werksteams vorbeizuschauen und den Alltag eines Factory Riders zu bestaunen.

 

2009 - DAS GRÖSSTE ERZBERGRODEO ALLER ZEITEN

 

Am 11. Juni 2009 beginnt das wohl spektakulärste Erzbergrodeo aller Zeiten. Das bereits seit Monaten ausverkaufte Teilnehmerfeld ist mit mehr als 1.500 Fahrer das größte aller Zeiten, inklusive der Begleitpersonen und der Organisations-Crew werden mehr als 6.000 Menschen das Offroadfest des Jahres bestreiten. Addiert man dazu noch die erwarteten 30.000 Zuseher, dann wird der „Berg aus Eisen“ an den vier Tagen von einer mittelgroßen österreichischen Stadt bevölkert.

 

 

Eine enorme Herausforderung für die Veranstalter – die die RODEO-X Crew rund um Karl Katoch gerne annimmt und das Erzbergrodeo XV zum Motorsport-Highlight des Jahres machen wird!

Text: Michael Priester & Martin Kettner
ERZBERGRODEO Press/Media Service