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SuperEnduro-WM Prag

Thorsten Horn - 13.03.2016 Sport

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Ein unvergesslicher Abend - Das Debüt der MAXXIS FIM SuperEnduro Weltmeisterschaft in Tschechien bereitete rund 5.000 Zuschauern am Samstag, dem 12. März 2016, in der Tipsport Arena Prag einen sicherlich unvergleichlichen und zugleich unvergesslichen Abend. Dafür sorgten einerseits die tolle Show als Gesamtwerk sowie die Akteure mit überwiegend dramatischen Rennen selbst.

In der Top-Klasse „Prestige“ sicherte sich der US-Amerikaner Colton Haaker den Tagessieg vor seinem Landsmann Taylor Robert und dem Polen Taddy Blazusiak. Mit Rang sieben verteidigte der Brite Jonny Walker seine Gesamtführung, obwohl er nach einem Sturz im Training mit einer noch nicht genau diagnostizierten Beinverletzung angetreten war.

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In der WM-Nachwuchsklasse „Junior“ war der Deutsche Manuel Lettenbichler mit drei souveränen Laufsiegen das absolute Maß der Dinge. Auf den Plätzen zwei und drei landeten der Portugiese sowie Lettenbichlers Landsmann Tim Apolle.

Genau so dramatisch wie die Rennen der Prestige-Klasse verliefen jene um den Women World Cup. Diesen sicherte sich schließlich die Spanierin Sandra Gomez vor Emma Bristow aus Großbritannien sowie der Deutschen Maria Franke.

Im als „National“ deklarierten Rahmenrennen ging der Sieg an Mike Hartmann und somit ebenfalls nach Deutschland. Der Slowake Thomas Hostinsky fuhr hierbei auf den dritten Rang, und Marcel Teucher, ebenfalls aus Deutschland, auf den dritten.

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Vor allem die Rennen der Prestige-Klasse waren nichts für schwache Nerven. Im ersten Heat führte anfangs der sechsfache Weltmeister Taddy Blazusiak, doch musste der sich sehr harter Attacken der nachfolgenden US-Boys Cody Webb, Colton Haaker und Taylor Robert erwehren. Von den Führenden kam keiner ohne Fehler durch, bis schließlich Taylor Robert gewann. In der letzten Kurve geriet Taddy Blazusiak mit einem überrundeten Fahrer aneinander, so dass er sich hinter dem Spanier Alfredo Gomez, Colton Haaker und Cody Webb nur auf dem fünften Platz wiederfand. Der WM-Spitzenreiter Jonny Walker machte zu Beginn einen Fehler, fuhr dann zwar trotz starker Schmerzen recht passable Rundenzeiten, kam aber über Rang sieben nicht hinaus.

In Lauf 2, bei dem die Startaufstellung in umgekehrter Reihenfolge zum Qualifying-Ergebnis erfolgt, waren die Top-Rider rasch wieder vorn versammelt. Am Ende gewann Colton Haaker vor Cody Webb, Taylor Robert, und Alfredo Gomez. Jonny Walker fuhr unspektakulär aber beständig auf Platz sechs, gefolgt von Taddy Blazusiak, der in der Startrunde eingeklemmt war.

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Heat 3 war dann nicht nur spannend, sondern hochdramatisch. In der ersten Runde stürzte Jonny Walker in der „Ride Wall“ und hatte danach sichtlich Probleme, selbst wieder auf die Beine zu kommen und danach auch noch sein Bike aufzurichten. Mit Rundenrückstand fuhr er dem Feld aussichtslos hinterher und hatte lediglich noch im Sinn, ein paar WM-Punkte zu retten. Wenig später crashte sein schärfster Verfolge in der WM, Cody Webb, und bekam danach sein Motorrad nicht mehr in Gang. Plötzlich hatte Jonny Walker die Chance, seine WM-Führung Widererwartens zu verteidigen.

 

Nachdem er einige Runden gestanden hatte, konnte Cody Webb doch noch weiterfahren, doch in Wertung kam er nicht mehr. Taddy Blazusiak gewann dieses Rennen vor Colton Haaker und Taylor Robert, die schließlich gemeinsam, allerdings in anderer Reihenfolge, zur Siegerehrung gerufen wurden. Colton Haaker hatte sich seinen ersten Tagessieg geschnappt. Taylor Robert belegte in der Gesamtwertung den zweiten Platz, womit auch er mit seinem ersten Podium ein besonderes Erfolgserlebnis hatte. Glücklich zeigte sich trotz Platz drei auch der Weltmeister der Jahre 2010 bis 2015, denn der hatte in dieser Saison bislang viel Pech. Jonny Walker kam mit einer fast übernatürlichen Leistung auf Rang sechs. Damit führt er die Tabelle vor dem abschließenden Rennen am kommenden Wochenende in Madrid mit einem Punkt Vorsprung auf Colton Haaker und deren sieben auf Cody Webb weiter an.

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Nicht ganz glücklich mit dem Zuschauerzuspruch war die veranstaltende deutsche „Auerswald Eventmanufaktur“. Dazu sagte Tobias Auerswald, der zusammen mit seinem Bruder Daniel die SuperEnduro-WM nach Prag gebracht hatte: „Wir hatten uns etwas mehr Zuschauer in dieser wunderschönen Stadt und in dem bekanntermaßen motorsportbegeisterten Land versprochen. All jenen, die nicht da waren, können wir nur sagen, dass sie echt was verpasst haben. Unterm Strich sind wir aber stolz, dass wir das gemacht haben.“

Weitere Informationen unter www.superenduro.eu

 

Results:
1. Final: 1. Taylor Robert (USA/KTM); 2. Alfredo Gomez (ESP/KTM); 3. Colton Haaker (USA/Husqvarna); 4. Cody Webb (USA/KTM); 5. Taddy Blazusiak (POL/KTM); 6. Ty Tremaine (USA/KTM); 7. Jonny Walker (GBR/KTM); 8. Andreas Linusson (SWE/KTM); 9. Kornel Nemeth (HUN/TM); 10. Mario Roman (ESP/Husqvarna)

2. Final: 1. Haaker; 2. Webb; 3. Robert; 4. Gomez; 5. Roman; 6. Walker; 7. Blazusiak; 8. Joan-Pau Segura (E/Sherco); 9. Linusson; 10. Tremaine

3. Final: 1. Blazusiak; 2. Haaker; 3. Robert; 4. Roman; 5. Gomez; 6. Walker; 7. Tremaine; 8. Segura; 9. Eloi Salsench (E/Beta); 10. Linusson

Event Classification: 1. Haaker 52 Points; 2. Robert 52; 3. Blazusiak 43; 4. Gomez 41; 5. Webb 31; 6. Roman30; 7. Walker 29; 8. Tremaine 25; 9. Linusson 21; 10. Segura 19

WC-Standing (after 5 of 6 Rounds): 1. Walker, 241 Points; 2. Haaker 240; 3. Webb 234; 4. Robert 193; 5. Gomez 183; 6. Tremaine 141; 7. Roman 139; 8. Blazusiak 122; 9. Kevin Rookstool (USA/Sherco) 71; 10. Linusson 66

 

Thorsten Horn
HB-Werbung und Verlag GmbH & Co. KG
Redaktionsbüro Top Speed
Tags: superenduro, ktm

Offen gesagt:

13.03.2016 Karl Katoch

Super - Klasse Bericht!

Danke Thorsten!!!!!